Was ist ein Trauma?

Menschen können Situationen ausgesetzt sein, die sie extrem belasten. Sind die erlebten Situationen so stark, dass in der momentanen Situation keine entsprechenden Bewältigungsstrategien zur Verarbeitung zur Verfügung stehen, erschüttert die Situation den Menschen seelisch zutiefst und hinterlässt ein psychisches Trauma.

Mögliche Situationen können sein:

  • erlebter oder gesehener Verkehrsunfall
  • Gewalterlebnisse
  • Katastrophen
  • Überfall
  • Sexuelle und körperliche Misshandlung

 

Begleitend zur Situation wird oft folgendes erlebt:

  •   Kontrollverlust und Handlungsunfähigkeit
  •   Todes(Angst)

Bei der Abspeicherung der Informationen werden die einzelne Sinneseindrücke nicht als zusammenhängende Erinnerungsgeschichte im normalen - expliziten - Gedächtnis gespeichert, sondern werden als wilde Sammlung von Bildern, Stimmen, Geräuschen, Gerüchen, Geschmacksempfindungen, körperlichen Empfindungen, Gefühlszuständen und Verhaltensmustern im - impliziten - Langzeitgedächtnis abgelegt.

Typische Nachfolgeerscheinungsformen des Traumas - die sogenannte posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) - sind:

  • Wiederholtes Erleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen (Flashbacks), Träumen oder Alpträumen
  • Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen
  • Teilnahmslosigkeit der Umgebung gegenüber
  • Freudlosigkeit
  • Vermeidung von Aktivitäten und Situationen, die Erinnerungen an das Trauma wachrufen könnten
  • Übererregbarkeit, übermäßige Schreckhaftigkeit und Schlafstörung
  • häufig mit dem Trauma sind Angst und Depressionen verbunden

EMDR kann neben der Behandlung traumatisierter Menschen auch bei anderen Störungsbildern, die durch belastende Erlebnisse mit verursacht wurden, wirksam sein,   z.B. bei

  • Anpassungsstörungen
  • akute Belastungsreaktionen kurz nach belastenden Erlebnissen
  • Angststörungen
  • Phobien
  • Panikstörung
  • Panikattacken
  • Bewältigung ungünstiger Lebensereignisse
  • Bewältigung von Unfallfolgen
  • sich immer wieder aufdrängende Bilder/Erinnerungen
  • Ereignisse/Situationen, von denen man nicht loslassen kann
  • Verarbeitung des Traumas

Die in der Vergangenheit erlebten Ereignisse werden durch die Therapie verarbeitbar und dadurch nutzbar gemacht; die dysfunktionale Information wird in ihrer Form und Bedeutung verändert.

Bei der Durchführung der EMDR wird der Klient wiederholt angeleitet, kurzzeitig mit der belastenden Erinnerung in Kontakt zu gehen, während gleichzeitig eine bilaterale Stimulation (Augenbewegung) durchgeführt wird.

Nach einer erfolgreichen EMDR-Sitzung erlebt der Klient eine entlastende Veränderung der Erinnerung, die damit verbundene körperliche Erregung klingt deutlich ab und negative Gedanken können (auch von der Gefühlsebene her) neu und positiver umformuliert werden.